Ist eine gütliche Regelung einer Angelegenheit wahrscheinlich, kann anstelle des gerichtlichen Beweisverfahrens die privatgutachterliche Tatsachenfeststellung durch einen Sachverständigen gewählt  werden. Insbesondere bei  Schäden unter Verwendung geschlossener Bauweisen erweist sich das Sachverständigengutachten als notwendig. Kommt es jedoch zum streitigen Verfahren, kann das beweissichernde Privatgutachten nur als Parteivortrag Verwendung finden.

Die Bedeutung des beweissichernden Privatgutachtens im streitigen Verfahren liegt indessen in der Möglichkeit, dass die privatgutachterlich festgestellten Tatsachen von der Gegenseite nicht bestritten werden und somit als zugestanden gelten (§ 138 III ZPO). Es können jedoch nur Tatsachen nicht bestritten werden, d.h. im Privatgutachten müssen die Tatsachen von den Schlussfolgerungen und Wertungen gut ersichtlich getrennt sein. Diese Trennung ist auch dann von Bedeutung, wenn der Privatgutachter im streitigen Verfahren als sachverständiger Zeuge vernommen werden soll, denn auch in dieser Eigenschaft kann er nur Aussagen zu den Tatsachen machen.